The Isles of Scilly - Nicoles Insel-Blog

Newquay

Nicole Kasseckert  5 August 2017 19:10:39
Newquay an der Nordküste von Cornwall war der Ausgangspunkt für meine Unternehmungen. Früher einmal ein eher beschauliches Fischerdorf, ist Newquay mittlerweile das Wassersport- und Surf-Eldorado von Cornwall, außerdem Partystädtchen und Touristenmetropole.
Prinzipiell fand ich, dass zu viele Menschen in Newquay sind. Aber wenn man schon drei Monate auf den beschaulichen Scillies lebt, kommt einem vermutlich jeder Ort außerhalb überlaufen vor. Mir hat Newquay dennoch gut gefallen in seiner Vielfältigkeit. Eine Ahnung vom Fischerstädtchen bekommt man am Hafen von Newquay.
Image:Newquay

Newquay hat mehrere sehr imposante Strände, die je nach Lage exponierter und damit wellenreicher, oder geschützter und damit ruhiger sind. Diese "ausgefranste" Küstenlinie hat bei mir leider immer wieder dazu geführt, dass ich mich mit dem Mietwagen verfahren habe, weil ich die Strände nicht auseinanderhalten konnte. Zu Fuß war das alles wesentlich einfacher. Und ich habe an diesen Stränden wunderbare Sonnenuntergänge gesehen.
Image:Newquay
Image:Newquay


 

Urlaub

Nicole Kasseckert  2 August 2017 22:01:38
Nun bin ich schon seit über einer Woche zurück von meinem Urlaub auf dem Festland. Ausgehend von Newquay, wo ich ein wirklich nettes B&B hatte, habe ich mit dem Mietwagen Cornwall erkundet. Als ich in das Auto einstieg (nachdem ich natürlich zunächst auf der falschen Seite einsteigen wollte), dachte ich zunächst: oh ne, das geht gar nicht! Nichts war da wo es sein sollte, an meiner linken Schulter suchte ich vergeblich nach dem Sicherheitsgurt, rechts war nur der Türöffner... wo ist dieser Schaltknüppel?? Verrückt, wie das Gehirn auf routinemäßige Vorgänge gepolt ist. Witzig war auch, dass ich dachte, dass sie zum Glück Kupplung und Bremse auf der mir vertrauten Seite gelassen hatten. Ohne zu überlegen legte ich den ersten Gang ein und startete den Wagen. Dann fing ich an, nachzudenken.... und tatsächlich wurde mir klar, dass auch Kupplung und Gas seitenverkehrt waren. Meine Beine haben aber wohl von selbst umgeschaltet und das Richtige getan. Ich bin dann einfach mal losgefahren.... weil, ohne Auto in Cornwall, das geht gar nicht. Ich bin mir wie ein Fahrschüler vorgekommen, vor jeder Kurve habe ich einen Schweissausbruch bekommen und als ich am ersten Kreisverkehr stand und nach LINKS einbiegen wollte, habe ich erstmal den Motor abgewürgt. Super.... Ich bin dann IRGENDWOHIN gefahren, denn Karte lesen und dieser Linksverkehr im seitenverkehrten Auto, das hat mich überfordert. Verfahren kann man sich auch in Cornwall ja nicht wirklich, früher oder später landet man entweder auf der A30 (West-Ost-Verbindung, so eine Art Schnellstraße) - oder am Meer. Dann ist es mir aber tatsächlich gelungen, nach Falmouth zu finden, wo ich sowieso hinwollte. Dort habe ich mich beim ausgiebigen Shopping erstmal von dem Stress erholt. Das Auto hatte ich zuvor auf einem Park&Ride abgestellt, wobei das Ride in diesem Fall ein Boot war, das einen direkt ins Zentrum von Falmouth gebracht hat - auf dem River Fal natürlich.
In Falmouth selber habe ich dieses schöne Antiquariat entdeckt, und ein altes Buch über die Isles of Scilly.
Image:UrlaubA
Die Rückfahrt war dann schon ein bisschen einfacher. Und am nächsten Tag fühlte es sich schon fast normal an. Aber bis zum Schluss habe ich beim Rückwärtsfahren über die rechte Schulter geschaut und jedesmal den Sicherheitsgurt zunächst links gesucht.

This&That

Nicole Kasseckert  8 July 2017 16:41:25
Beim Blick auf den Kalender ist mir gerade bewusst geworden, dass die Halbzeit meiner Insel-Auszeit schon überschritten ist. In sechs Wochen genau kommen mich Jakob und sein Freund Matteo besuchen, worauf ich mich schon riesig freue, und dann läuft der Countdown. Gerade war ich bei der Physiotherapie und habe anschließend noch meine Kollegin in unserer Zweigstelle in der Stadt besucht. Dort gibt es den leckersten Cappuccino der Insel. Mit meinem Rücken und meiner Schulter geht es zum Glück viel besser. Die Physiotherapeutin Elaine ist jeden Penny wert: noch nie bin ich in Bezug auf meine Rücken-/Nacken-/Schulterschmerzen so gründlich untersucht worden, und ich spüre eine deutliche Erleichterung. Außerdem hat sie meine Vermutung, was da so hakt, bestätigt. Es war auch gut zu erfahren, dass es kein BSV in der HWS ist, was ich, nachdem ich doch erhebliche Schmerzen hatte, schon befürchtete. Seit ca. drei Wochen habe ich außerdem einen weiteren freien Tag, so dass ich viel Freiraum für mich habe. Ich genieße es, am Vormittag einfach loszugehen, mit nur einem ganz vagen Plan im Kopf, und mich treiben zu lassen: pottering about aimlessly, wie die Engländer sagen. In der Kirche von St Mary´s ist gerade Flower Festival. Zu verschiedenen Bibelsprüchen haben ca. 20 Frauen jeweils Blumenarrangements gezaubert. Die ganze Kirche ein Meer von Blumen und Farben.
Image:This&That
Image:This&That
Image:This&That

So gibt es immer wieder kleine oder auch größere Events und Ereignisse, und nach wie vor fühle ich mich pudelwohl hier. Dennoch werde ich demnächst die Insel verlassen und sechs Tage "Urlaub" in Cornwall machen. Ich habe mir ein Zimmer in einem B&B in Newquay gemietet und habe vor, mit dem Mietwagen Cornwall zu erkundigen. Auf meinem Plan stehen das Eden Project, eine 30 Fussballfelder große tropische Gartenlandschaft unter einem riesigen Glashaus, die Lost Gardens of Heligan, das Küstenstädtchen Falmouth, das Minack Theatre und Tintagel Castel, angeblich der Geburtsort von König Artus.

Und dann will ich hier unbedingt nochmal mit dem Kajak raus. Am Tag nach meinem Geburtstag hat Sabine spontan morgens eine Kajakfahrt angeregt, und so waren Sabine und ich unter der erfahrenen Führung von John, dem Mann meiner Kollegin Sarah, ca. 3 Stunden mit den Kajaks unterwegs. Und wir waren richtig draußen, d.h. John hat uns bis zu den Eastern Isles gelotst, eine Inselgruppe, zu der man sonst nur mit Touristenbooten kommt. Das ist zwar ganz nett, aber mit dem Kajak ist es einfach atemberaubend. Es geht ein Stück über die offene See, und da hat es auch bei ruhigem Wetter doch recht üppige Wellen. Die Insel liegen zum Teil im Kreis, so dass man wie in eine Lagune hineinfährt. Dort leben sehr viele Seehunde, und es ist kaum mit Worten zu beschreiben, wenn einen so ein Seehund aus ca. 3 Meter Entfernung neugierig, mit riesigen schwarzen Augen, recht freundlich beobachtet. "We dont´t know where they are - but they always know exactly where we are", so John. Die Fahrt über die offene See, das Ausgesetztsein, die unmittelbare Erfahrung der Natur, das Ausruhen auf einem wunderschönen kleinen weißen Sandstrand - das alles war wie ein Traum, und, wenn ich die Veranlagung dazu hätte, würde ich sagen: eine spirituelle Erfahrung. Ich hatte keinen Fotoapparat dabei, der hätte nur gestört. Im WWW fand ich aber dieses Bild: im Vordergrund Little Ganilly, dahinter Little, Middle and Great Arthur. Wir kamen von rechts, und an dem kleinen Sandstrand auf Little Arthur haben wir Pause gemacht. Die beiden hier gezeigten Bilder zeigen übrigens nur zwei von insg. 12 unbewohnten Inseln der Eastern Isles.

Image:This&That
(Das Copyright des Bildes liegt bei Richard Croft, mit Erlaubnis entnommen von http://www.geograph.org.uk/photo/1959400)


Inselgeburtstag

Nicole Kasseckert  7 July 2017 19:12:45
Night Out nennen sie hier einen Abend, den man gemeinsam verbringt; im Kaffeehaus ist dies so etwas wie der jährliche Betriebsausflug, das Essen spielt dabei eine wichtige Rolle, es soll aber auch ein besonderer Abend für alle sein. Dieses Jahr war die Night Out am 4. Juli - und so kam es, dass wir alle zusammen nicht nur einen fantastischen Abend erlebt haben, sondern ich auch einen der schönsten Geburtstage seit langer Zeit.

Mit dem extra für uns gecharterten Schnellboot ging es nach Tresco, die High Society Insel, die fest in privater Hand ist und auf der praktisch nur Feriengäste leben, und das sehr luxuriös. Bereits die Überfahrt war ein Erlebnis, denn endlich mal ging es nicht im Schneckentempo voran wie auf den Touristen-Booten, sondern wir flogen förmlich über die See. Den Frisuren war das nur bedingt zuträglich....
Image:Inselgeburtstag
Image:Inselgeburtstag
Image:Inselgeburtstag

Das Restaurant The Ruin Beach Café macht seinem Namen zum Glück keine Ehre, es ist sehr chic, liegt direkt am Strand und hat einen fantastischen Ausblick.
Image:Inselgeburtstag 
(Bild der Website https://www.tresco.co.uk/eating-on-tresco/ruin-cafe entnommen)

Und hier endlich einmal ein Bild vom ganzen Kaffeehaus-Team!
Image:Inselgeburtstag
Von vorne links nach vorne rechts: Natalie, Noah (meine WG-Mitbewohner, beide wohnen wie ich im ehemaligen Guesthouse), Jenny (73jährige Powerfrau, die schon fast überall auf der Welt war), Hannah (ein echtes Scillonian-Girl und ab Herbst Musiklehrerin in Bristol), Yvonne (aus Südafrika zu Besuch), Honor (unsere schöne Bäckerin), Carrie (unsere Wilde), Francesca (von den Philippinen mit italienischen Wurzeln und einem Scillonian-Ehemann), ich, Sarah (kocht für uns die allerleckersten Suppen und Eintöpfe) und Sabine, unsere Chefin und großzügige Sponsorin des Abends. Ich halte meine Geburtstagstorte in die Kamera. So sah die aus. In Grün: Die Umrisse von St Mary´s.
Image:Inselgeburtstag


Das Essen war äußerst delicious, etwas besonderes, endlich mal keine Pommes.... zum Nachtisch noch einen Affogato......
Image:Inselgeburtstag

..... ein Stück Geburtstagstorte.....
Image:Inselgeburtstag

.... und natürlich, sehr sophisticated, wie Natalie bemerkte, die Verdauungszigarette.
Image:Inselgeburtstag

Und auf der Rückfahrt, als wäre dies alles nicht schon mehr als genug, dieser Anblick:
Image:Inselgeburtstag

Was für ein Start in ein neues Lebensjahr!


    Pub Quiz

    Nicole Kasseckert  2 July 2017 15:57:35
    Letzten Dienstag war ich mit meinen beiden Kolleginnen Natalie und Hannah beim Pub Quiz im Old Town In - wir waren das Team "Die Apfel Strudelers". Mein erstes Pub Quiz! Das Pub war bis auf den letzten Platz besetzt, wobei ich mich (mal wieder) über den Altersdurchschnitt von geschätzt 55+ gewundert habe. Es gab 40 Fragen, die vorgelesen wurden, und meine beiden Kolleginnen mussten das ein oder andere Mal als "Übersetzer" einspringen, wenn mich, trotz Englischkurs, meine Sprachkenntnisse im Stich gelassen haben. Aber ich habe viele nützliche Dinge gelernt: zum Beispiel, dass im Jahr 2001 Royal Mail die selbstklebende Briefmarke eingeführt hat, oder dass auf der Flasche "HP Brown Sauce" das House of Parliaments abgebildet ist. Und dass "woman Hitler" ein Anagramm für mother-in-law (Schwiegermutter) ist..... Von 13 Teams haben wir einen sehr respektablen 6. Platz belegt - und hatten jede Menge Spaß!
    Image:Pub Quiz

    Penninis Head

    Nicole Kasseckert  1 July 2017 19:29:36
    Leider spielt mit in letzter Zeit das Wetter regelmäßig Streiche. Die (mir bisher unbekannte) Wetterregel derzeit lautet: immer, wenn Nicole frei hat, ist das Wetter schlecht. Naja, ganz so schlimm ist es nicht, hatten wir doch vor ca. einer Woche "Sommer" mit einer Woche voll Sonnenschein. Aber auch an dem Tag, als ich Penninis Head im Süden der Insel besucht habe, zog es am Nachmittag zu.
    Penninis Head ist eine Landzunge im Süden von St Mary´s. Ich habe meine Wanderung an der Old Town Church und dem dortigen Friedhof begonnen. Der Friedhof liegt an einem Hügel mit einer fantastischen Aussicht auf Old Town.
    Image:Penninis Head
    Image:Penninis Head
    Penninis Head verdankt seinen Namen dieser Felsformation - ein beeindruckender "Charakterschädel" aus Granitfels, mit einer hübschen Stubsnase.
    Image:Penninis Head

    An der Spitze der Landzunge findet man dann die, wie ich finde, beeindruckendsten Felsformationen auf ganz St Mary´s.
    Image:Penninis Head
    Image:Penninis Head

    Bizarr genug, zog dann auf dem Rückweg von der See her der Nebel hoch, der sich schon den ganzen Tag angekündigt hatte und lange um St Mary´s herum waberte. Hätte ich nicht mit absoluter Sicherheit gewusst, wo ich bin und dass es bis zum sicheren Pub im Ort nur ein paar hundert Meter sind - ich glaube, ich hätte echt Angst bekommen.
    Image:Penninis Head
    Image:Penninis Head

    So aber konnte ich nach dieser wettertechnisch und landschaftlich sehr vielfältigen Wanderung im Garten des St Mary´s Hall Hotel einen mittelmäßig leckeren, dafür aber überteuerten Burger und ein leckeres Cider geniessen. Über das Glas habe ich allerdings nicht schlecht gestaunt......
    Image:Penninis Head
     

    Ötillö

    Nicole Kasseckert  21 June 2017 18:41:56
    Letztes Wochenende fanden auf den Isles of Scilly die
    Ötillö Swimrun Worldseries
    statt. Bei diesem Wettbewerb wird abwechselnd gelaufen und geschwommen, was auf den Isles of Scilly natürlich gut passt. Die Teilnehmer, jeweils Zweierteams, starteten auf St Marys, schwammen dann nach Tresco, wo sie wieder die Insel umrundeten. Das nächste Schwimmen führte die Teilnehmer über mehrere unbewohnte Inseln nach St Martins, von wo aus wieder schwimmend St Mary´s angesteuert wurde. Die Strecke insgesamt betrug 37,275 km, 29,325 km davon Laufen, 7,950 km Schwimmen. Es gab sieben Schwimmabschnitte, der längste davon 2,5 km. Bei Wassertemperaturen von 12-15° mussten die Teilnehmer Schwimmanzüge trage, in denen sie dann auch Laufen mussten. Und es war richtig heiß an diesem Tag.
    Image:Ötillö

    Ich habe mir ein gemütliches Plätzchen gesucht an der Stelle, an dem die Teilnehmer nach dem letzten Schwimmanschnitt wieder auf St Mary´s ankamen. Hier sieht man das erste Team, das ganz in der Nähe des Kaffeehauses aus dem Wasser kroch. Das Aussteigen war erschwert durch Steine und Felsbrocken, und manch Schwimmer landete unfreiwillig wieder im Wasser, auf dem Allerwertesten, auf den Knien, .... Das Team, das man sieht, hatte einen enormen Vorsprung auf die anderen, sie haben sich auch nicht einmal die Zeit genommen, nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten, wenigstens einen warmen Tee zu trinken.
    Image:Ötillö

    Image:Ötillö

    Andere Teams waren da schon entspannter (oder entkräfteter?), und haben sich mehr Zeit genommen. Teams mit grünem Leibchen waren gemischte Teams, hier sieht man das erste gemischte Team. Beim Schwimmen waren die Teams mit Seilen verbunden, so dass der stärkere Schwimmer den schwächeren ein bisschen abschleppen konnte. An technischen Hilfsmitteln war alles erlaubt, was die Teams mit sich tragen konnten, Handpaddel und Auftriebshilfen zum Beispiel. Nach dem Ausstieg hier standen den Läufern auf St Mary´s nochmal einige Kilometer Laufen bevor!
    Image:Ötillö

    Ein Team aus Deutschland war in Sabines Guesthouse untergebracht, Dirk und Jens aus Flensburg, die sich am Abend nach dem Rennen zu uns gesellten und den Rest der Spaghetti, die ich für unsere WG gekochte hatte, mit großem Appetit verputzt haben. Die beiden sind eigentlich Triathleten, haben den Ötillö eher zu Trainingszwecken genutzt und sich daher beim Rennen Zeit gelassen, wie sie erzähllten. Sie waren insgesamt ca. 7 Stunden unterwegs. Ich fand es erstaunlich, dass sie sich überhaupt noch auf den Beinen halten konnten.... Paulus, links im Bild, ein Verwandter von Sabine aus Deutschland, hat sich an diesem Abend spontan entschlossen, am Sonntag zusammen mit Dirk den Sprint zu laufen, gleiches Prinzip, also abwechselnd Laufen und Schwimmen, aber mit kürzeren Distanzen. Beide sind wohlbehalten ins Ziel gekommen, mit einer guten Zeit noch dazu. Das nächste Ötillö findet übrigens am 9. Juli im Engadin statt.
    Image:Ötillö

    In den letzten Tagen war viel los, viele Leute im Guesthouse, inklusive abendliches Draussensitzen, Quatschen, Backgammonspielen. Es ist mir gelungen, Natalie die Regeln von Backgammon auf Englisch zu erklären, worauf ich besonders stolz bin. Das Kaffeehaus ist derzeit ständig gut besucht. Ich habe dort immer wieder zwar nur kurze, aber sehr schöne Begegnungen mit Gästen. Ein älteres Ehepaar aus Exeter war insgesamt fünf Wochen auf den Scillies, und sie waren sehr oft hier im Kaffeehaus. An ihrem letzten Tag haben sie sich von mir mit Handschlag verabschiedet und sich ausdrücklich für den herzlichen Service bedankt. Mich hat das riesig gefreut! Jetzt ist es in unserer WG wieder ruhiger geworden. Dirk und Jens sind zurück in Deutschland, Paulus ist heute Richtung Südfrankreich abgereist, seine Schwester Zita hat uns schon am Samstag verlassen.

    Friday Night in St Mary´s

    Nicole Kasseckert  17 June 2017 18:42:03
    Gestern Abend waren wir also alle zusammen unterwegs. Im Dibble&Grub haben wir auf der herrlichen Terrasse bei strahlendem Abendsonnenschein ein Tapas-Menü genossen. Sehr entspannte Urlaubsatmosphäre, anregende Gespräche über Gott und die Welt und jede Menge Isles of Scilly!
    Image:Friday Night in St Mary´s

    Es folgte ein Besuch in den Pubs, dem Atlantic und dem Mermaid. Wichtig ist dabei, die Reihenfolge einzuhalten, kein Mensch, so habe ich gelernt, geht schon um neun Uhr ins Mermaid. Das Mermaid ist eine Institution, hier treffen sich vor allem die locals. Drinnen wird getrunken, draußen wird geraucht. Und gestern war eine fantastische Sommernacht, fast schon Mittelmeer-Atmosphäre. Zurück ging es mit dem Rad über die stockfinstere Insel, unter einem wunderschönen Sternenhimmel. Ein toller Abend mit den "wild women".
    Image:Friday Night in St Mary´s

    Shall I buy a hat?

    Nicole Kasseckert  15 June 2017 19:31:45
    Shall I buy a hat? - Soll ich einen Hut kaufen?, sagen die Engländer, wenn sie erfahren möchten, ob ein Paar ernsthafte Absichten hat, also eventuell eine Hochzeit ins Haus steht. Dieser Satz und noch viele andere Sätze, die die englische Art zu Denken und zu Leben ausdrücken, habe meine letzten Wochen hier auf den Scillies geprägt. Ich bin eingetaucht in die englische Lebensart, die englische Sprache, das englische Essen und vor allem in das Leben auf den Scillies. Fast jedesmal, wenn ich in die Stadt gehen, treffe ich jemanden, den ich kenne: beim Frisör treffe ich eine unserer Kaffeehaus-Stammkundinnen, beim Einkaufen treffe ich eine Kollegin, beim Radeln grüßen mich der Busfahrer, der Taxifahrer und der Fahrer vom Skybus-Shuttle. Ich bin hier integriert, fast als wäre ich schon viel viel länger hier. Dazu haben diverse Barbeques beigetragen, bei Sabine oder bei anderen Kolleginnen. Hier ein Bild vom letzten Barbeque bei Jenny, einer Kollegin.
    Image:Shall I buy a hat?

    Vor allem bei diesen Anlässen habe ich einen Eindruck vom Leben auf den Scillies bekommen, auch von den Problemen hier. Derzeit werden die Scillies gespalten durch die Frage, ob zusätzlich zum Skybus und dem Boot, das einmal täglich von Penzance kommt, ein Helikopter nötig ist, der weitere Touristen einfliegt - für viel Geld. Prinzipiell leiden die Scillies an einer gewissen Überalterung ihrer Touristen, was u.a. daran liegt, dass für Jüngere zu wenig geboten wird, v.a. auch was das Ausgehen und Essen angeht. Überhaupt Essen - neben dem Wetter fast das zweitwichtigste Thema. So waren wir, Sabine, ihr Großcousin und Richard und Jane, zwei Freunde von Sabine, beim Essen, und das Risotto von Jane war fürchterlich. Gestern habe ich daher alle bekocht, natürlich gab es Risotto (mit grünen Spargeln und king prawns), und ich habe mich sehr gefreut, dass es allen richtig gut geschmeckt hat. Jane hat nun ihrerseits versprochen, dass sie für mich eine cornische Spezialität kochen wird, Yorkshire Pudding und Irgendwas, was ich mir nicht merken konnte. Hier ein paar Bilder vom gestrigen Abend.
    Image:Shall I buy a hat?
    Image:Shall I buy a hat?



    Image:Shall I buy a hat?  

    Von Zeit zu Zeit habe ich ein bisschen Heimweh. Das hat neulich dazu geführt, dass ich Natalie bekocht habe. Sie hat sofort verstanden, dass mir das Kochen für Jakob fehlt. Wenige Tage später kam sie zu mir mit der Frage, was sie mit all den Kartoffeln, die sie gekauft hatte, machen soll. Also habe ich ihr gezeigt, wie man ein Kartoffelgratin macht. Das haben wir dann zusammen vernichtet.
    Image:Shall I buy a hat?

    Morgen gehen wir, (fast) alle Kolleginnen und Kollegen sowie Sabines Verwandte gemeinsam aus.... natürlich zum Essen, und zwar ins
    Dibble&Grub, mit einem fantastischen Sicht über Porthcressa Beach. Ich bin gespannt!

    Low Tide Event

    Nicole Kasseckert  29 May 2017 20:29:28
    Am Samstag erreichten die Spring Tides ihren Höhe-bzw. Tiefpunkt. Es war an diesem Tag möglich, zu Fuß von Bryher nach Tresco zu laufen, das sogenannte High Tide Event. Für die Sillonians und die Besucher eine Art kleines Volksfest. Also habe ich mich am Samstag auch auf den Weg gemacht, und zwar nach Bryher. Ab 12 Uhr war es möglich, sich auf den Weg zu machen, und da ich noch ein bisschen Zeit hatte, habe ich zunächst den nördlichen Teil der Insel umrundet. Dort ist Bryher, sonst eher lieblich und verspielt, eher rau. Wie so oft war ich fast völlig alleine unterwegs, was das Ganze noch beeindruckender machte.
    Image:Low Tide Event

    Dann jedoch habe ich mich allen anderen angeschlossen, auf ihrem Weg hinunter zum Strand und dann Richtung Tresco, über Sandbänke, die bei Flut 5 Meter unter der Wasseroberfläche liegen.
    Image:Low Tide Event

    Interessant fand ich dabei neben vielem anderen die Schuh- oder Nicht-Schuh-Frage. Die Mutigsten (zwar maximal knöcheltiefes, dafür aber eiskaltes Wasser und ziemlich pieksig) sind barfuß gelaufen. Dann gab es solche mit Flip-Flops. Ganz Pragmatische haben sich für Schwimmschuhe oder Surfersocken entschieden. Einige haben ihre Sandalen ruiniert. Zwei habe ich in knöchelhohen Bergwanderstiefeln gesehen, offensichtlich deren Wasserfestigkeit testend. Und dann natürlich: Gummistiefel. Und manche..... haben sich einfach eine Mitfahrgelegenheit organisiert.
    Image:Low Tide Event

    Auf halber Stecke zwischen Bryher und Tresco gab es die unvermeidlichen Fress- und Trinkstände. Mich hat die Szenerie ein bisschen an die Seeg´frörne zwischen Markelfingen und Reichenau erinnert. Im Gegensatz dazu gab es allerdings keine Grillwürste, sondern Meeresfrüchtepaella, keinen Glühwein, sondern Gin. Auf beides habe ich verzichtet......
    Image:Low Tide Event

    ....und mir statt dessen die Sicht auf Samson schmecken lassen.... vom Meeresboden aus.
    Image:Low Tide Event