The Isles of Scilly - Nicoles Insel-Blog

 
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Nicole Kasseckert

 

Stiller Sonntag

Nicole Kasseckert  30 April 2017 13:50:27
Einen wunderschönen Sonntag Euch allen. Eure Wettermisere ist wirklich bedauernswert. Hier ist es heute zwar bewölkt, dafür aber nahezu windstill. Ideales Wanderwetter. Gestern Nacht gab es einen Sturm, den ich verschlafen habe. Hier ist es so still.... die einzigen Geräusche sind Vogelgezwitscher, das Geräusch, das die Seemöven machen (variiert zwischen Bellen, Jodeln, Knurren, Seufzen, Kreischen und Katzenjammer) und ab und zu der Skybus, der über die Insel fliegt. Vorhin führ ein Motorrad am Guesthouse vorbei und ich brauchte tatsächlich ein paar Sekunden, bis ich das Geräusch einordnen konnte.

Hier noch ein Bild von Hugh Town:

Image:Stiller Sonntag

    Gig Race

    Nicole Kasseckert  29 April 2017 18:35:50
    Heute habe ich das erste Hauptrennen des Gig World Cup gesehen (->https://www.visitislesofscilly.com/news-events/events/world-pilot-gig-championships-2017)
    Beeindruckend, wenn an die Hunderte Boote an einem vorbei rudern, und die Zuschauer brüllen der See entgegen: "Go, rowers, go!!" Ich habe jetzt erst verstanden, dass der Start für die großen Rennen auf der offenen See ist, zwischen St Agnes uns St Mary´s. Das bedeutet, dass alle Boote erst einmal zur Startlinie hinaus rudern müssen. Ziel des Rennens ist dann, sehr zuschauerfreundlich, im Hafen von St Mary´s. Dabei ist die See zwischen St Agnes und St Mary´s extrem unruhig. Bei windigem Wetter, so wie heute, überlegt man sich eine Bootsfahrt nach St Agnes mit den kleinen Fischerbooten besser zweimal. Heute ist daher eigentlich eher "Bryher-Wetter". Aber das ist beim Gig World Cup unerheblich.

    Ich bin mit dem Rad in die Stadt (Hugh Town als Stadt zu bezeichnen ist so, als ob man Hanuta einen Kuchen nennt...), aber es ist mit ca. 1000 lokals der größte Ort der Scillies - also eine Stadt. Und man bekommt dort tatsächlich fast alles. Sogar eine Yoga-Matte. Alle Güter des täglichen Lebens werden mit einem Versorgungsboot, das dreimal pro Woche kommt, angeliefert. Versorgungsengpässe bei anhaltend schlechter Witterung inbegriffen. Ist das Wetter für die Engländer sowieso ein großes Thema, ist es das für die Scillonians noch mehr. Fährt das Schiff? Fährt es nicht? Reicht das Clopapier bis übermorgen?

    Also ich wollte Einkäufe erledigen. In der Stadt. Bin mit dem Rad die längste Strecke in die Stadt gefahren, die es gibt, und war trotzdem ein einer guten Viertelstunde da. Aber nur mal eben einkaufen geht hier nicht. Es gibt immer was zu sehen, ein Strand, der noch besucht werden will, ein Rennen, das gesehen werden will, ein fish´n´chips, der gegessen werden will. Und da und dort und überall: fantastische Blicke, soweit das Auge reicht. So wird aus dem Wochenend-Einkauf ein Ausflug mit Mehrwert. Unter anderem darum bin ich hier.

    Dank des Windes haben sich nun auch die Wolken verzogen. Strahlend blauer Himmel. Und ich gehe jetzt noch an den Strand.

      Angekommen

      Nicole Kasseckert  28 April 2017 21:59:05
      Jetzt ist es also tatsächlich soweit.
      Am Mittwoch bin ich wohlbehalten auf St Marys angekommen. Die Insel hat mich nach eintägiger Anreise und einem ruhigen Flug in der "Blechbüchse" Skybus mit milden Temperaturen empfangen. Es blüht hier in allen Farben. Allerdings sucht man vergebens nach Tulpen, Narzissen, Primeln. Das hier ist üppiger, wilder. Sobald ich die Technik im Griff habe, werde ich ein paar Bilder von den Blümchen hier einstellen.
      Im Kaffeehaus angekommen, wurde ich sehr herzlich von Sabine, meiner zukünftigen Chefin, begrüßt. Mit der Arbeit geht es am Montag los, noch habe ich Zeit, anzukommen. An diesem Wochenende findet auf St Marys einer der Haupt-Events der Scillies statt: das World Gig Race. Die ganze Stadt ist voller Ruderinnen und Ruderer und deren Gigs, traditionelle 6-Mann-Holz-Ruderboote.
      Es ist noch ein bisschen unwirklich, das Hiersein. 4 Monate. Nicht nur für einen Urlaub, für zwei Wochen. Sondern vier volle Monate. Monate, in denen ich hier leben, wohnen, arbeiten werde.
      Image:Angekommen

      ....jetzt hat es auch mit der Technik geklappt!

        Wie alles begann

        Nicole Kasseckert  23 April 2017 15:39:12
        Ich bin in letzter Zeit öfter gefragt worden, wie ich denn überhaupt auf die Isles of Scilly gestoßen bin.

        Im Rahmen meiner Ausbildung zur Psychoanalytikerin am Kreuzlinger Institut für Psychoanalyse  besuchte
        ich irgendwann - es muss 2012 oder 2013 gewesen sein - den Vortrag einer Kollegin. Die Kollegin berichtete darin über ihre Forschung zu Annie Winifred Ellerman,
        eine Förderin der Psychoanalyse, welche sich im Alter von 26 Jahren in Bryher umbenannte.
        Sie tat dies nach dem Besuch der Insel Bryher, einer der fünf bewohnten Inseln der Scillies. Offenbar war sie, die Vielreisende, so beeindruckt
        von der außergewöhnlichen Faszination, die von dieser Insel ausgeht (was ich inzwischen sehr gut nachvollziehen kann), dass sie sich selbst "zu dieser Insel machte".

        Um uns Zuhörenden an diesem Abend einen kleinen Eindruck von der Insel Bryher zu geben, brachte die Kollegin eine Reisebroschüre mit, die die Runde machte.
        Als ich die Bilder sah, war mir sofort klar: da will ich hin!
        Im Sommer 2014, nach dem Abschluss meiner Psychoanalyse-Ausbildung, wurde dieser Entschluss Realität. Ich unternahm meine erste Reise auf die Isles of Scilly.....

        Mein Arbeitsplatz

        Nicole Kasseckert  11 April 2017 16:35:27
        Das Kaffeehaus Salbei

        ...auf der offiziellen Webseite der Isles of Scilly.

        Introduction

        Nicole Kasseckert  11 April 2017 16:18:25
        "Somewhere among the note-books of Gideon I once found a list of diseases as yet unclassified by medical science,
        and among these there occured the word Islomania, which was described as a rare but by no means unknown affliction
        of spirit. There are people [...] who find islands somehow irresistable. The mere knowledge that they are on an island,
        a litte world surrounded by the sea, fills them with an indescribable intoxication"

        Lawrence Durell, Reflections on a Marine Venus